Pflanzenschutz aktuell 15. März

15.03.2017

Getreide

Winterweizen: Das Stadium jetzt bestimmen um das Richtige zu tun

Der Winterweizen ist ergrünt und in der Bestockungsphase, DC 25-29. Wintergerste wechselt nun in die Schossphase. Früh gesäte Bestände an milden Lagen haben aktuell bereits das Stadium DC 30.
Weizen sollte in der Bestockungsphase keine Konkurrenz durch Unkraut haben. Das Unkraut ist vielerorts reichlich aufgelaufen. Gemäss den Wetterprognosen könnten Herbizidbehandlungen diese Woche bei guten Bedingungen durchgeführt werden (insbesondere Isoproturon, das geht nur bis DC 29). Nun tauchen Fragen auf: Halmverkürzer «CCC» (Chlormequat) dazu oder noch warten? Und wann bringen wir die Gülle aus, vorher oder nachher?

 

Wir empfehlen folgendes und machen 3 Kategorien:

  • 1. Weizen bereits weit entwickelt (Stadium DC 29, Ende Bestockung): Herbizidbehandlung inkl. CCC diese Woche vornehmen, Gülleausbringung 2-3 Tage später bzw. nächste Woche.
  • 2. Weizen im Stadium DC 25, Mitte Bestockung. Mit Herbizid inkl. CCC zuwarten, erst nächste Woche anwenden. Gülle jetzt oder unter Umständen erst nächste Woche, nach dem Herbizideinsatz ausbringen.
  • 3. Weizen im Stadium DC 23-25, Mitte Bestockung. Das Herbizid diese Woche ausbringen, Ende dieser Woche (vor den Niederschlägen) die Gülle austragen. Im Verlaufe der nächsten Woche eine separate Durchfahrt nur mit CCC durchführen. Würde das CCC jetzt zusammen mit dem Herbizid ausgebracht, würde der Verkürzer die Bestockung anregen und nur bedingt den Weizen verkürzen. Da die Bestände eher dicht sind, wäre in diesem Fall der frühe Einsatz des CCC kontraproduktiv. Es gibt eine Durchfahrt mehr, sie ist aber in diesem Fall nötig, da dadurch die Produkte gezielt eingesetzt werden.

 

Raps

Der Haupteinflug der Stängelrüssler hat stattgefunden

Das letzte Wochenende war warm. Der Haupteinflug der Stängelrüssler hat stattgefunden. Je nach Lage der Felder registrierten wir bis am Dienstag sehr unterschiedliche Fangzahlen (10-100 Rüssler pro Falle). Da die ersten Stängelrüssler vor zwei Wochen zugeflogen sind, muss ab jetzt mit ersten Einstichen gerechnet werden. Wenn Stängelrüssler in den meisten Jahren in einer Region starke Schäden verursachten (aufgeplatzte Stängel) ist bei ersten Einstichen eine Behandlung (Pyrethroid) vorzunehmen, da bei starkem Auftreten der Rüssler und guten Ei-Ablagebedingungen zuweilen innert ein bis zwei Tagen fast jeder Stängel angestochen werden kann. Bei schwachem Zuflug und seltenen Schäden in der Region liegt die Ertragsdifferenz gemäss langjährigen Vergleichen unter
2 dt/ha und eine Behandlung lohnt sich somit nicht.

 

Gewässer-Abstandsauflagen (SPe3) der Pyrethroide (Insektizid) gegen Stängelrüssler beachten

Die zur Behandlung in Frage kommenden Pyrethroide weisen Gewässerabstandsauflagen zwischen 20 und 100 m auf (Mittelheft S. 20). Gemäss Drift-Tabelle (Mittelheft S. 108) kann eine 20m-Auflage durch 1 Punkt (Pufferstreifen gleich hoch wie die zu behandelnde Kultur (Raps) oder Injektordüsen und max. 3 bar) auf 6m und eine 50m-Auflage mit 2 Punkten (gleich hoher Grünstreifen und Injektordüsen und max. 3 bar oder Injektordüsen mit max. 2 bar) auf 6m verkürzt werden. Alternativ zu diesen einfachen Einstellungen, kann mit der JKI-Tabelle gearbeitet werden. Das eingesetzte Mittel und die vorgenommenen Einstellungen müssen im Feldkalender dokumentiert werden. Die Druckreduktion muss nur im Bereich des berechneten Abstandes eingehalten werden und nicht auf dem ganzen Feld.


Anmerkung:
REB-Beiträge (DZV Anhang 7, Punkt 6.4)  für integriertes Reinigungssystem. Die Abrechnung (Rückforderung) läuft über den Kanton, dazu wird in den nächsten Tagen ein Formular aufschaltet bzw. das Vorgehen publiziert.

 

Rüben

Das Datum und das frühlingshafte Wetter sprechen für eine Rübensaat diese Woche. In leichten und gepflügten Böden ist dies sehr gut machbar. In schweren Böden und bei nicht wendender Bodenbearbeitung muss die Feuchtigkeit des Bodens durch eine Spatenprobe untersucht werden. Rüben reagieren empfindlich auf zu nass bearbeiteten Boden.



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