Startdüngung Raps – N-Norm bestandesgerecht aufteilen

20.02.2017
Solch blühende Rapsbestände machen Freude

Solch blühende Rapsbestände machen Freude

Um eine hohe N-Wirkung bzw. Ertragswirkung zu erzielen, müssen die Frühjahrsgaben in Raps bestandesgerecht aufgeteilt werden. Gleichzeitig ist dem hohen Schwefel- und Borbedarf Rechnung zu tragen.

Für einen Rapsertrag von 40 dt/ha braucht es ab Vegetationsbeginn 160 kg N/ha. Um diese N-Menge optimal in Ertrag umzusetzen zu können, muss die Menge im Frühjahr bestandesgerecht aufgeteilt werden. In optimalen Beständen mit 30 - 45 Pflanzen/m2 und 8-10 Blätter/Pflanze hat sich eine 45 : 55% Aufteilung bewährt. In kräftigen bis üppigen Beständen mit mehr als 10 Blättern/Pflanze, die Gefahr laufen bei einer zu frühen und zu hohen ersten N-Gabe nur ins Kraut zu schiessen, muss die erste Gabe zu Gunsten der zweite N-Gabe deutlich zurückgenommen werden. In schwachen Beständen ist es entsprechend umgekehrt.

Falls ein Einschätzung des Bestandes über Pflanzenzahl und Anzahl Blätter/m2 infolge Blattverlust  schwierig ist,  besteht auch die Möglichkeit, den Bestand über die Biomasse einzuschätzen, im Wissen, dass eine enge Beziehung zwischen Entwicklungsstand und gespeicherten N-Menge in der Biomasse besteht.

Zu diesem Zweck sind auf einer repräsentativen Probefläche von 1 m2 alle oberirdischen Pflanzenteile zu ernten und anschliessend zu wägen. Das Gewicht ist mit dem Faktor 50 zu multiplizieren und erhält schliesslich die N-Menge in der Biomasse pro ha. Mit Hilfe der Tabelle lässt sich nun der Bestand einschätzen und die mengenmässige Aufteilung der Frühjahrsgaben herauslesen.

Falls der Standort und die Witterung mitspielen, können mit der gleichen N-Menge auch höhere Erträge erzielt werden. Sofern es die Standorts- und Witterungsbedingungen erlauben, ist die erste N-Gabe auf Ende Februar/Anfang März zu legen. Die Abschlussgabe ist schliesslich zu Beginn des Streckens ist zu verabreichen.

Bei der Rapsdüngung ist stets auch dem hohen Schwefelbedarf Rechnung zu tragen. Auf Risikostandorten (leichte, flachgründige, humusarme Böden, fehlende Zufuhr organischer Dünger) sind 50 - 60 kg S/ha einzusetzen; auf den übrigen Standorten reichen 20 - 40 kg S. Mehr sollte wegen der Auswaschungsgefahr nicht eingesetzt werden. Um einen hohen Wirkungsgrad zu erzielen, muss Schwefel bzw. die Hauptschwefelmenge zusammen mit der ersten N-Gabe ausgebracht werden. Als Dünger empfehle ich daher Bor-Ammonsalpeter mit Schwefel. Dieser hat zudem den Vorteil, dass er gleichzeitig auch die erforderliche Bor-Versorgung sicherstellt. Schliesslich enthält dieser N-Dünger 50 % Nitrat-N, der auch in kalten Böden schnell und zuverlässig wirkt.

Noch bestehende Schwefeldefizite können im Zeitpunkt der Abschlussgabe entweder über Mineraldünger (Bor-Ammonsalpeter, Ammonsulfat) oder über Gülle gedeckt werden.



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