Winzer/-in EFZ

Weinberg Au

Aufgabe der Winzer/innen ist die Pflege der Reben über das ganze Jahr sowie die Weinbereitung und Weinpflege bis zum Abfüllen der Weine in Flaschen und deren Vermarktung. Dieser vielfältige Beruf verlangt daher ein umfassendes Fachwissen.

Der Reigen der rebbaulichen Arbeiten beginnt im Februar - März mit dem Rebschnitt als erste Massnahme zur Regulierung des Ertrages. Darauf folgt das Entfernen des Rebholzes und das Binden des Tragholzes an Stickel oder Draht. In den ersten wärmeren Tagen fangen die Knospen an zu schwellen.

Vom Frühjahr weg reisst der Faden der rebbaulichen Tätigkeit nicht mehr ab. Düngung: Im festgelegten Turnus mit Stallmist, Kompost oder Handelsdünger, Aussaat von geeigneten Pflanzen zur Gründüngung, die das Abschwemmen der Erde bei Gewittern verhindert und den Boden verbessert. Die meisten Rebberge werden heute begrünt. Regelmässiges Mulchen verhindert zu hohe Gras- und Unkrautbestände.

Mai, Juni und Juli sind die anstrengendsten Monate des Weinjahres. Sonne und Feuchtigkeit lassen die Rebe rasch wachsen. Erlesen, Heften, Einschaufeln, Entfernen von Nebentrieben im Traubenbereich, Obenabnehmen und andere Laubarbeiten drängen sich auf. Es ist auch Zeit für den Sommerpflanzenschutz gegen Pilzkrankheiten und Schädlinge. Spritz- und Sprühgeräte gestatten ein rasches und erfolgreiches Vorgehen. Bei diesen Massnahmen kommt der Beobachtung grosse Bedeutung zu - es soll nur dann gespritzt werden, wenn Zuwarten Schäden zur Folge hätte. Heute hat sich die integrierte Produktion (naturnaher Weinbau) durchgesetzt.

Sonne, Regen, Wind, Hitze und Kälte bestimmen seit jeher den Alltag der WinzerInnen. Mit der termin- und fachgerechten Pflege der Reben ist nicht alles erreicht. Das Wetter kann oft übel mitspielen: Heftige Gewitter mit Hagel können die Ernte schmälern oder gar vernichten.

Die Weinlese ist unbestritten der Höhepunkt des Rebjahres. Nach guter Herbstwitterung wird sie zum reinen Vergnügen. Die reifen, gesunden Trauben verlocken zum Abschneiden. Anders nach Regenperioden. Dann müssen die faulen von den gesunden Beeren getrennt werden.

Der Abschluss der Jahresarbeiten liegt bei vielen Berufsleuten in der Bereitung eigener Weine und Traubensäfte. Die fachgerechte Kelterung und die Pflege der Weine gehören auch zur Ausbildung der WinzerInnen. Mit Gefühl versuchen sie, die Weine so zu beeinflussen, dass sie der eigenen Produktionsphilosophie entsprechen und mit Stolz den KundInnen vorgestellt werden können.

Voraussetzungen für Lehre, berufliche Anforderungen

Abgeschlossene Volksschule
Naturverbundenheit, manuelle Fertigkeit (viel Handarbeit), Beobachtungsgabe für Vorgänge in der Natur, gute Gesundheit und kräftige Konstitution, gutes Auffassungsvermögen für die vielfältigen Abläufe im Rebberg und Keller, technisches Verständnis (Umgang mit Maschinen), Umstellfähigkeit - kein Jahr gleicht dem anderen, guter Geschmackssinn (Degustation)

Ausbildung (Dauer der Lehre, Abschluss, Berufsmaturität)

Die Lehre dauert drei Jahre. Grundlage ist die Verordnung über die berufliche Grundbildung und der Bildungsplan für das Berufsfeld Landwirtschaft und deren Berufe vom 8.5.2008.
Die praktische Ausbildung erfolgt auf einem Winzerbetrieb (siehe dazu das Lehrstellenverzeichnis).
Es besteht die Möglichkeit, einen Teil der Lehre in der Westschweiz zu absolvieren mit dem Besuch der Berufsfachschule in Au / Wädenswil.

Die Berufsfachschule wird in Blockkursen im Strickhof Au/Wädenswil besucht und dauert insgesamt 45 Wochen. Der Besuch der Berufsmittelschule ist möglich. Abgeschlossen wird die Lehre mit dem eidg. Fähigkeitszeugnis als "gelernter Winzer/gelernte Winzerin". Es besteht die Möglichkeit mit abgeschlossener Berufslehre oder Mittelschule eine verkürzte 2-jährige Lehre zu absolvieren.

Weiterbildungsmöglichkeiten

  • Zusatzlehre (2 Jahre) als Weintechnologe/in oder Obstfachfrau / Obstfachmann
  • Berufsprüfung (Eidg. Fachausweis)
  • Höhere Fachprüfung (Meisterprüfung) zum Winzer/inn mit Meisterdiplom.
  • Höhere Fachschule Weinbautechniker (3 Jahre, berufsbegleitend)
  • Landwirtschaftliche Berufsmittelschule (NBMS) (mit Berufsmatura): 1 Jahr Vollzeitausbildung in Lindau (ZH), Zollikofen (BE), Gränichen (AG) oder Landquart (GR) - Voraussetzung für ein Studium an einer Fachhochschule.
  • Studium an der ZHAW Life Sciences und Facility Management in Wädenswil oder Changins (VD) mit Abschluss als Bachelor of Science ZFH in Umweltingenieurwesen, Vertiefung Hortikultur.

Zusätzliche Informationen zum Inhalt

Bereichsleitung

Bereichsleitung

Remo Walder

Remo Walder

Grundbildung Lebensmitteltechnologie & HortikulturTelefon:+41 58 105 94 86E-Mail:Infos zur Person

Sekretariat

Sekretariat

Monika  Zollinger

Monika Zollinger

Schulsekretariat Grundbildung Lebensmitteltechnologie & HortikulturTelefon:+41 58 105 94 70E-Mail:Infos zur Person

Anmeldung Berufsschule

Ende Juni wird dem Lernenden das Berufsschulaufgebot mit Anmeldeformular zugestellt. Hierzu benötigen wir eine Kopie des Lehrvertrages. Dieselben Unterlagen gehen zur Kenntnisnahme auch an die Berufsbilderin/den Berufsbildner.

Lehrplan Winzer/-in EFZ

Kontaktadressen

Branchenverband Deutschschweizer Wein BDW

c/o Agroscope

Schloss

Postfach 185

8820 Wädenswil

044 783 61 01

www.weinbranche.ch

 

Schweizerische Zeitschrift für Obst- und Weinbau

Agroscope

Schloss

Postfach 185

8820 Wädenswil

044 783 63 25

www.szow.ch