Allgemeinbildender Unterricht

Gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Veränderungen zwingen den modernen Menschen zum Erwerb immer neuer Kompetenzen und zu lebenslanger Weiterbildung. Die Mehrheit der heute ins Erwerbsleben Eintretenden wird im Laufe ihres Lebens den Beruf mehrmals wechseln (müssen), wird zwischen Phasen der Erwerbstätigkeit, Hausarbeit und Erwerbslosigkeit pendeln (müssen). In dieser Situation kommt dem Allgemeinbildenden Unterricht (er macht einen Drittel des Unterrichts in der Berufsfachschule aus), das heisst, der Vermittlung von Kenntnissen über gesellschaftliche Zusammenhänge, dem Erwerb universalistischer Kompetenzen sowie der Persönlichkeitsbildung eine weit grössere Bedeutung zu als bisher. Der Rahmenlehrplan 2006 fasst deshalb die alten Fächer des Allgemeinbildenden Unterrichtes (Staatskunde, Rechtskunde, Wirtschaftskunde, Deutsch usw.) in einem einzigen Fach mit den beiden Bereichen Gesellschaft sowie Sprache und Kommunikation zusammen. Die eigentlich innovativen Elemente des Rahmenlehrplans sind: Vernetzung verschiedener Stoffgebiete, Vernetzung Allgemeinbildung und Fachwissen, Erwerb und Training von Kompetenzen (Selbst- und Sozialkompetenz, Methodenkompetenzen, Sprach- und Kommunikationskompetenz).

Der Rahmenlehrplan 2006 versucht, die Lernenden sowie ihre Lebenssituation einzubeziehen und ihnen einen breiten Blick auf die heutige Welt zu vermitteln, wobei die Auszubildenden das Spannungsfeld zwischen Ideal und Wirklichkeit aushalten lernen.

"Lernende und Lehrende arbeiten gemeinsam und unter Einbezug möglichst vieler Sinne; der Prozess der Zusammenarbeit ist so wichtig wie das Produkt." Heisst es im Rahmenlehrplan. Das heisst, das Schulzimmer soll auch zum Verhandlungsraum zwischen Lernenden und Lehrenden und damit zu einem Ort der Auseinandersetzung, zu einem demokratischen Entscheidungs- und Konfliktmodell werden.

Auch das Qualifikationsverfahren Allgemeinbildung (in allen Berufen gleich) ist dem Rahmenlehrplan 2006 angepasst worden. "Wer lehrt, prüft", heisst das zentrale Prinzip. Damit wird dem von Klasse zu Klasse, Lehrenden zu Lehrenden unterschiedlichen Unterrichtsverlauf Rechnung getragen. Die Abschlussnote setzt sich zu je einem Drittel aus der Erfahrungsnote, der Prüfungsnote und der Note für eine "Selbstständige Vertiefungsarbeit" zusammen - in der sich die SchülerInnen über längere Zeit intensiv mit einem Thema auseinandersetzen und ein selbstständig erarbeitetes Produkt, in der Regel eine grössere schriftliche Arbeit, abliefern und in der Schule präsentieren.

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Richard Schneider

Richard Schneider

Grundbildung Lebensmitteltechnologie & Hortikultur (Stv. Leitung)Telefon: +41 58 105 94 03E-Mail:Infos zur Person

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