Bericht im "Zürcher Bauer" vom 19.08.2016

Vorbereitungen sind nötig für den Schutz der Tiere vor dem Wolf

Zäune können Tiere gut schützen

Der Wolf kann Nutztiere, insbesondere Schafe und Ziegen, auch im Kanton Zürich bedrohen und Schäden anrichten. Die Tierhalter sollen das Risiko beurteilen und Vorbereitungen treffen, damit sie im Notfall die Tiere auf der Weide in kurzer Zeit wolfssicher einzäunen können.

Der Wolf kann überall auftreten, auch im Kanton Zürich. Dies ist klar, nicht zuletzt nachdem im Juni 2014 in Zürich Schlieren ein Wolf von der Eisenbahn überfahren worden ist und im August letzten Jahres ein Tier in Gossau in eine Fotofalle tappte. In umgebenden Kantonen werden immer wieder Wölfe gesichtet, die Schäden anrichten. Im Kanton Zürich sind jedoch bis anhin keine durch Wölfe verursachten Schäden an Wild oder Nutztieren gemeldet worden.

„Handlungsleitfaden Wolf“ Kanton Zürich

Das Auftreten des Wolfes im Kanton Zürich ist nicht vorhersehbar aber sehr wahrscheinlich. Man rechnet vor allem mit durchziehenden Einzeltieren, die örtlich Schäden verursachen und Verunsicherung stiften können. Für diesen Fall muss man gewappnet sein. Deshalb hat das Amt für Landschaft und Natur der Baudirektion ein Wolfskonzept vorbereitet. Dieses definiert die Zuständigkeiten, Informationswege und mögliche Massnahmen. Für den Viehhalter ist der Schutz der eigenen Herde wichtig. Dazu gibt es am Strickhof Beratungen und Informationen durch den Herdenschutzbeauftragten Bruno Zaehner. Bei Anfragen von Tierhaltern hilft er mit, die Risiken zu beurteilen und Abwehrmassnahmen vorzuschlagen. Bei erhöhter Gefahr von Wolfsschäden informiert der Herdenschutzbeauftragte die Tierhalter in der Region. Jedoch ist er nicht zuständig und Ansprechstelle für Tierrisse und andere Schäden. Dafür muss sich der Tierhalter an die Fischerei- und Jagdverwaltung wenden.

Herdenschutzbeauftragter mit Schafen im Wolfsgebiet

Bruno Zaehner ist seit 2015 Herdenschutzbeauftragter des Kantons Zürich. Er stammt von Heiden, AR, und ist ausgebildeter Landwirt und Zimmermann. Heute führt er in Illnau mit seiner Partnerin einen Betrieb mit rund 200 Milchschafen. Im Sommer bewirtschaftet er zusätzlich eine Alp im Taminatal (SG) mit 900 Schafen und 100 Ziegen. Dort ist der Wolf ständig präsent. Bruno Zaehner setzt auf Abwehr durch präventive Massnahmen. Die Tiere werden dauernd behirtet; ein grosser Teil der Tiere verbringt die Nacht in Pferchen. Die Schafe werden ständig durch seine Herdenschutzhunde begleitet.

Empfehlungen

Jeder Betriebsleiter muss für sich selbst eine Risikobeurteilung erstellen und daraus die Konsequenzen ableiten. Für die meisten Betriebe wird die Unterbringung der Herde in eine wolfssichere Weide die zielführende Lösung sein.

Risikobeurteilung

Derzeit stellt man im Kanton Zürich keinen Wolf fest. Diese Situation kann sich aber schlagartig und unvorhersehbar ändern. Der Wolf kann überall durchziehen. In Zürcher Regionen, die ans Berggebiet angrenzen, besteht ein grösseres Risiko.

Wolfssichere Weide

Agridea hat ein umfassendes Merkblatt erarbeitet mit Anleitungen für die wolfssichere Weide (siehe „Unterlagen“ am Ende des Lauftextes). Der Wolf ist empfindlich gegen elektrische Schläge. Aber er ist erfolgreich in der Suche nach Stellen, wo er unter dem Zaun hindurch zu den Tieren gelangen kann. Er hat gelernt, wie er das Gelände mit Kuppen und Mulden für seinen Erfolg nutzen kann. Elektrozäune sollen gemäss Agridea-Merkblatt mindestens 1.1 – 1.2 Meter hoch sein. Besonders wichtig sind die gute und dauerhafte Leitfähigkeit der Litzen sowie ein genügend starkes Netzgerät mit ausreichender Erdung. Die Spannung am Zaun muss immer über 3‘000 Volt betragen. Besonders wo es vom Gelände her schwierig ist, innert Kürze einen geeigneten Zaun zu errichten, sollen entsprechende Vorbereitungen getroffen werden. Indem Eckpfähle gesetzt, im geplanten Verlauf des Zauns Mulden ausgeebnet und Büsche beseitigt werden, lässt sich bei Bedarf innert kürzester Zeit eine sichere Weide mit gut gespanntem und dicht über den Boden geführtem Zaun erstellen. Auf Antrag leistet der Bund Beiträge an die Kosten von Herdenschutzzäunen (siehe “Unterlagen“).
Werden Weiden mit Flexinetz nicht mehr genutzt, sollte dieses abgeräumt werden. Feste Zäune in der Landwirtschaftszone bedürfen einer Baubewilligung.

 

Kontakte:       

  • Bruno Zaehner; 078 632 84 46  ;
  • Fischerei- und Jagdverwaltung; 052 397 70 77   ;

Web-Suchbegriffe für Unterlagen:

  • Wolfsschutzzäune auf Kleinviehweiden
  • Handlungsleitfaden Wolf
  • Antragsformular zur Abgeltung von Herdenschutzzäunen
  • Strickhof Herdenschutz

 

Herdenschutzbeauftragter Bruno Zaehner

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Bruno Zähner

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