Essbares-Zyperngras (Cyperus esculentus L.)

Erdmandelgras, Knöllchenzyperngras
Souchet comestibles, Zigolo dolce, Tigernuts

Allgemeines: 

Das Erdmandelgras gehört zur Familie der Sauergräser (Cyperaceae) und nicht zu den Süssgäsern wie bsp. Getreide oder Raygras.
Erdmandelgras ist heute auf der ganzen Erde verbreitet. Wahrscheinlich wurden die ersten Mandeln aus Afrikas eingeschlept. In unsere Breitengrade vermuten andere durch Zwiebelsetzlinge. Früher wurden Erdmandeln zur Ernährung angebaut. Dieser Anbau findet in Spanien immer noch statt. Die Mandeln werden unter anderem zu Mehl, Öl oder zu einem Getränk Namens Horchata verarbeitet.
Bei uns ist keine kommerzielle Nutzung möglich. In unseren Breitengraden hat sich die die Erdmandel in den letzten Jahren stetig ausgebreitet. Sie wird dadurch zu einem lästigen Ungras, welches zudem bislang nicht bekämpft werden kann.

Vermehrung:

Bei uns geschieht die Verbreitung und Vermehrung ausschliesslich durch die an den Enden der „Wurzeln“ gebildeten Mandeln. Eine Pflanze kann mehrere 100 solcher Mandeln bilden. Nach der Blüte im Juli - August setzt die Mandelbildung ein.

Bekämpfung:

Bekämpfungsstrategie Erdmandelgras aus dem Heft: "Pflanzenschutzmittel im Feldbau 2015", S. 105

Das Knöllchen-Zyperngras belegt Platz 16 auf der Liste der weltweit gefährlichsten Unkräuter. Dabei handelt es sich um ein sehr anpassungsfähiges und hartnäckiges Ungras, welches nur mit einschneidenden Massnahmen in seiner Ausbreitung gehindert werden kann.

Bislang sind weltweit keine Herbizide bekannt um die Mandeln im Boden zu bekämpfen. Aus Versuchen ist bekannt dass junge Pflanzen (bis max. 10cm Höhe) auf den Wirkstoff Bentazon gut reagieren. Wird die Behandlung vor der Mandelbildung (vor Mitte Juli) durchgeführt ist eine Bekämpfung dieser Pflanze möglich. Auch Bodenherbizide wie S-Metolachlor (Dual Gold) oder Dimethenamid (Frontier) zeigen in Versuchen eine Teilwirkung. Spezifische Gräsermittel wie Fusilade Max, Gallant, Select, Targa Super, Focus Ultra oder Aramo haben keine Wirkung. Diese Gruppe wirkt sehr gut auf Süssgräser, nicht aber auf Sauergräser (Cyperacen).

Der Bund hat das Mittel Dual Gold zur Bekämpfung von Erdmandelgras bewilligt. Dual Gold ist in den Kulturen Mais und Sonnenblumen zugelassen. Das Mittel wird vor dem Säen der Kultur auf den Boden appliziert und sofort eingearbeitet. Das ist ein sogenanntes Vorsaat Verfahren.

Wichtig: Nur für den Vorsaat Einsatz von Dual Gold in der Hauptkultur Mais muss vorgängig bei der Fachstelle Pflanzenschutz (Pflanzenschutzdienst des Kantons) eine Sonderbewilligung eingeholt werden. Bei Sonnenblumen braucht es keine Sonderbewilligung, weil dort im ÖLN,  Vor- und Nachauflaufbehandlungen gemäss DZV zugelassen sind. 

Link zur Bewilligung von Dual Gold www.blw.admin.ch

 

Verschleppung verhindern:

Da bis heute kein effizientes Mittel gegen Erdmandeln zur Verfügung steht, muss unbedingt die Verschleppung von Mandeln in noch „saubere“ Felder verhindert werden.

Die Verschleppung kann Verhindert werden durch:

Das Reinigen von Maschinen und Reifen auf dem verseuchten Feld würde bei seriöser Arbeit je nach Grösse der Maschine zwischen 15 min und bis mehr als 2 h in Anspruch nehmen. Bei Arbeitsspitzen ist die Versuchung dann gross, diese wichtige Arbeit unseriös auszuführen. Aus diesem Grund sehen wir momentan, als einzige Massnahme zur Verhinderung der Verschleppung, die Anlage einer intensiv geführten Kunstweise.  Die Wiese ist keine Bekämpfung, sie garantiert aber, dass keine Mandeln weiter verschleppt werden.

Betroffene Kantone (mit bekannten Standorten), Stand April 2011

Tessin, St. Gallen, Thurgau, Freiburg, Waadt, Aargau, Bern Solothurn und Zürich

Betroffene Gemeinden im Kt. Zürich und angrenzende (Stand April 2011):

Otelfingen, Buchs, Stadel b. Neerach, Seuzach, Hettlingen, Ellikon a. Thur, Benken, Kefikon, Wilen(TG), Neftenbach.

Fotos Erdmandelgras

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