Wildbienen fördern

Nach den Negativmeldungen über die Honigbienen wo nach dem zu lang andauernden Winter 05/06 die Bestände teils drastisch reduziert sind, scheint es wertvoll, den Wildbienen vermehrte Beachtung zu schenken. Bei den für Obstanlagen aus dem Ausland eingeführten Hummeln als Bienenersatz gilt es zu beachten, dass mit diesen Importtieren nicht auch der Bienenstockkäfer eingeführt wird, warnen die Bienenzüchter. Nach Auskunft der Bienenfachstelle in Liebefeld soll Europa noch frei sein von diesem Bienenbeutekäfer. Vorhanden ist er jedoch in Nordamerika, Australien und Aegypten. Dieser Käfer kann beträchtliche Schäden an den Bienenvölkern anrichten und hat in den USA nach 1996 schon zu einem drastischen Rückgang der Bienenvölker geführt. Besser als Hummelimporte wäre es, die Wildbienen zu fördern. Diese fliegen wie die Hummeln schon bei tieferen Temperaturen als die Honigbienen. Wildbienen besitzen zwar einen Giftstachel, verwenden ihn aber nur zur Selbstverteidigung. Man braucht sich also in keiner Weise vor Wildbienen zu fürchten. Die meisten Wildbienen leben einsiedlerisch, solitär ? also nicht in Sozialstaaten wie die Honigbiene. Wildbienenweibchen bauen ohne Mithilfe von Artgenossinnen Nester in vorhandenen oder selbst geschaffenen Hohlräumen und legen darin Brutzellen an. Sie ernähren sich und ihre Larven ausschliesslich von Pollen und Nektar.

 

Nisthilfen für Wildbienen

Wildbienenweibchen sind zur Eiablage auf Hohlräume verschiedener Art angewiesen. Beliebte Nistorte sind zum Beispiel Käferfrassgänge in Totholz, hohle Pflanzenstängel, Fenster- und Mauerfugen oder sandige Flächen. Wildbienen lassen sich leicht im Garten ansiedeln, wenn man ihnen an einem sonnigen und vor Regen und Wind geschützten, südost- bis südwestexponierten Platz - etwa an Bäumen, Hauswänden, Zäunen, verschiedene Nisthilfen anbietet. Wichtig: Die Nachkommen schlüpfen erst im folgenden Jahr. Die Nisthilfen müssen deshalb unverändert belassen werden. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

 

Nisthilfen für Bewohnerinnen von Hohlräumen

Gut gelagertes, entrindetes Hartholz (Eiche, Buche, Esche), beliebige Form und Grösse. Verschieden grosse und tiefe Gänge bohren: Tiefe 5-10 cm / Durchmesser 2-10 mm. Bei grösseren Löchern (ab 4 mm Durchmesser) mindestens 2 cm Abstand zwischen den Löchern einhalten (Vermeiden von Rissen im Holz). Angebohrte Baumstämme, Pfosten und Holzklötze je nach Grösse auf dem Fensterbrett, Balkon, der Terrasse oder im Garten aufstellen bzw. eingraben. Künftige Bewohnerinnen: Mauerbienen, Löcherbienen, Düsterbienen, Scherenbienen, Blattschneiderbienen. Das Bild zeigt ein sogenanntes Wildbienenhotel wie es Heinz Oswald in Rüti seit einigen Jahren bei seiner Obstanlage mit Erfolg betreibt.

 

Nisthilfen für Bewohnerinnen markhaltiger Stängel

Ca. 10 cm lange Stängel und Zweige von Holunder, Hundsrose, Brombeere, Himbeere, Distel, Sommerflieder (Buddleja), Königskerze, Schilf, Strohhalme , im Herbst gewinnen. Blätter, Seitentriebe und Blütenstände wenn nötig entfernen und über den Winter trocknen lassen. Im Mai Stängel waagerecht oder leicht geneigt aufstellen oder gebündelt am Gartenzaun, an der Balkonbrüstung oder an einem Baum oder Strauch befestigen. Bambusrohre von 3-10 mm Innendurchmesser hinter den Knoten absägen. Die 10-20 cm langen Rohrstücke einzeln in Lochziegel (Backsteine), Plastikrohr oder Konservendose stecken oder mit Draht bündeln und so aufstellen oder aufhängen, dass die Nisthilfen waagerecht orientiert sind. Gut befestigen, damit die Nisthilfe nicht baumelt.

 

Nisthilfen für Bewohnerinnen von Totholz

Alte, abgestorbene Bäume, Baumstücke nach Möglichkeit stehen lassen. Alte, nicht imprägnierte Zaunpfähle im Boden lassen. Halbverrottete Äste, Holzklötze und Balken statt verbrennen oder schreddern, an nicht zu schattigen Plätzen einzeln aufstellen oder stapeln. Bis zur völligen Verrottung wird dieses Altholz noch jahrelang nicht nur von Wildbienen, sondern zahlreichen anderen Insekten als Nistplatz, Wohnstätte und Futterplatz dienen.

 

Der Text Nisthilfen für Wildbienen stammt von der Umweltberatung Luzern aus dem pdf vom Internet unter: www.umweltberatungluzern.ch/downloads/Wildbienen.pdf

 

Viel Erfolg beim Hotelbau oder Biogarten in Grossdietwil (www.biogarten.ch) bietet eine fertige Wildbienen-Nistwand an. Ebenfalls fabriziert die geschützte Werkstätte "Bärg und Tal" in Huttwil Wildbienenhotels ().

 

Klaus Gersbach, Strickhof Fachstelle Obst, 15. Mai 2006

 

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