„Deflektoren“ an pneumatischen Einzelkornsämaschinen (Stand Frühling 2010)

Quelle Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg ltz: Staubabdrift mit/ohne Deflektoren

Quelle Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg ltz: Staubabdrift mit/ohne Deflektoren

Deflektoren bei der Maissaat weiterhin Pflicht!

In den letzten Jahren wurden in verschiedenen europäischen Ländern mehrere Vergiftungsfälle bei Bienen im Zusammenhang mit Insektizid behandeltem Saatmais vermeldet. Ursache: Insektizid gebeiztes Maissaatgut von schlechter Beizqualität verursachte vermehrt Abriebstäube. Diese gelangten bei der Saat durch pneumatische Drillmaschinen ohne Deflektoren auf in der Nähe blühende Rapsbestände.
In Süd-Deutschland sprach man im Frühjahr 2008 von einem Verlust von rund 11'000 Völkern. Aus diesem Grunde wurden in Deutschland alle Insektiziden Beizmittel im Mais verboten. In der Schweiz ist nur ca. 5-10% des Maissaatgutes mit Clothianidin gebeizt. Das Saatgut anderer Kulturen (beispielsweise Raps) ist zu nahezu 100% Insektizid gebeizt. Wegen anderer Saattechnik und Saattermin wird der Einsatz von Clothianidin dort aber als unproblematisch eingeschätzt. Trotz politischem Wirbel im vergangenen Winter kann mit Clothianidin gebeiztes Maissaatgut diesen Frühling eingesetzt werden. Unter folgender Bedingung: Beim Einsatz von Insektizid gebeiztem Mais-Saatgut (Cruiser, Gaucho 600FS, Poncho, Regent, Mesurol flüssig) muss der Luftstrom bei pneumatischen Sägeräten in oder auf den Boden geleitet werden. Betroffen von dieser Auflage sind pneumatische Sämaschinen, welche mit Unterdruck arbeiten. Wollen wir dieses Entgegenkommen des Bundesamtes weiterhin in Anspruch nehmen und den effizienten Einsatz der insektiziden Beizmittel erhalten, müssen wir im Eigeninteresse bestrebt sein die Deflektorenpflicht 100%-ig umzusetzen.

„Deflektoren“ an pneumatischen Einzelkornsämaschinen (Stand 19.3.09)

In den letzten Jahren wurden in verschiedenen europäischen Ländern mehrere schwere Vergiftungsfälle bei Bienen im Zusammenhang mit insektizid behandeltem Saatmais vermeldet. Der Fall in Süddeutschland im Jahre 2008 wurde von den Behörden untersucht. Ursache war die teilweise schlechte Beizqualität gewisser Chargen (übermässige Staubemission), die Verwendung von pneumatischen Drillmaschinen ohne Deflektoren. In Deutschland wurde auf den 13.2.2009 die Verordnung über das Inverkehrbringen und die Aussaat von mit bestimmten Pflanzenschutzmitteln behandeltem Maissaatgut erlassen. Auch das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat für die Schweiz Massnahmen erlassen.

 

Bildlegende: Für die Schweiz sieht das BLW neben Bausätzen der Hersteller auch Eigenbauversionen vor.

Landwirte, die insektizidbehandeltes Mais-Saatgut verwenden, müssen ihre pneumatische Drillmaschine* ab sofort mit Deflektoren ausstatten, um eine Staubemission, die für Bienen toxisch sein kann, zu verhindern.

* Betroffen von dieser Auflage sind pneumatische Sämaschinen, welche mit Unterdruck arbeiten. Ausnahme: Maschinen der Firma Becker (Funktionsprinzip einer Einzelkornsämaschine mit Druckluft zur Korneinzelung) und Horsch (mechanisches Klemmfingersystem).

Auflagen und Empfehlungen für die Maissaat 2009 in der Schweiz:

Deflektoren an pneumatischen Sämaschinen für Insektizid gebeiztes Maissaatgut
Ab sofort muss, beim Einsatz von Insektizidgebeiztem Mais-Saatgut (Cruiser, Gaucho 600FS, Poncho, Regent, Mesurol flüssig ) der Luftstrom bei pneumatischen Sägeräten in oder auf den Boden geleitet werden. Diese Auflage betrifft alle Insektiziden Mais-Saatbeizmittel bei der Verwendung pneumatischer Sägeräte.

Zusätzlich wurden folgende Vorschriften/Empfehlungen eingeführt:

  • Neue Qualitätsvorschriften für Saatgutbehandlung
  • Bessere Haftung, weniger Staubemission
  • Keine Hofbeizung mehr
  • Rechtzeitige Saatgutbestellung mit gewünschter Beizung

Für die Schweiz sieht das BLW neben Bausätzen der Hersteller auch Eigenbauversionen vor. Für Flächen im angrenzenden Ausland sind die Vorschriften des jeweiligen Bundeslandes massgebend.

Information des (BLW) vom 20.1.2009

www.news-service.admin.ch/NSBSubscriber/message/de/24939

Infos zum Umbau von Maschinen

  • Um diese Auflage zu erfüllen gibt es zwei Lösungsansätze:
  • Einleitung der Gebläseluft in den Dünger- oder Granulatkasten (Einleitung in den Boden)

Anbau eines Deflektors welcher den Abluftstrom gegen den Boden leitet

 Infos zum Umbau von Maschinen (Autor Ruedi Hunger)

Umbausätze sind meist ab Lager erhältlich. Informieren sie sich bei ihrem Landmaschinenhändler. Einige Hersteller werden die Defelktorenumbausätze nicht termingerecht liefern können. Für die Schweiz sieht das BLW neben Bausätzen der Hersteller auch Eigenbauversionen vor. Die Fachstelle Landtechnik und Unfallverhütung am Strickhof kann Ihnen auf der Suche nach Eigenbau-Lösungen weiterhelfen.

  

Überbetrieblich Zusammenarbeit sinnvoll

Für Landwirte, die nur wenig insektizidbehandeltes Mais-Saatgut verwenden, macht es Sinn allenfalls mit dem Nachbarn oder mit dem Lohnunternehmer zusammen zu arbeiten.

Auflagen Maissaat Deutschland, 2009

Zur Saison 2009 müssen alle pneumatischen Sämaschinen, die mit Unterdruck arbeiten, mittels Deflektoren nachgerüstet werden. Zugelassen sind nur Umrüstsätze, die vom Julius-Kühn-Institut freigegeben worden sind.

Einzig zugelassenes Beizmittel für Saatmais ist Mesurol. Alle anderen dürfen nicht verwendet werden.

Während der Maissaatsaison werden von den zuständigen Landwirtschaftsämtern in Baden-Württemberg stichprobenartig Kontrollen durchgeführt. Wird ein Landwirt ohne den vorgeschriebenen Deflektor auf seinem Feld erwischt, muss dieser mit empfindlichen Bussen in Höhe mehrerer hundert Euro rechnen. Die genaue Höhe ist noch nicht festgelegt. Weitere Sanktionen für die Empfänger von Flächenprämien sind in der Diskussion.
Nicht betroffen von dieser Regelung sind Landwirte, die ungebeiztes Saatgut verwenden.

Liste der erlaubten Deflektoren

Liste der abdriftmindernden Maissägeräte Deutschland

Vorschriften Deutschland

Leitfaden für die Praxis zum Umgang mit chemisch behandeltem Z-Maissaatgut in Baden -Württenberg

Zusätzliche Informationen zum Inhalt

Weitere Informationen

Pressebericht Schweizer Landtechnik, Ausgabe Februar 2009

Auflage beim Einsatz pneumatischer Sämaschinen

 

Auskünfte:

Strickhof, Fachstelle Landtechnik und Unfallverhütung/SVLT

052 354 99 52

Fachstelle Pflanzenschutz

052 354 98 19

Quelle Strickhof