Tipps zur Bewirtschaftung von Extensiv und wenig intensiv genutzten Wiesen

Tipps zur Aufwertung botanisch unbefriedigender Ökowiesen

Standort Für eine Aufwertung geeignet sind Wiesen auf…

…trockenen, nassen, flachgründigen, skelettreichen und sandigen Böden.

ungeeignet sind Wiesen auf …

…drainierten Moorböden

…Nährstoffgewinnlagen

…mit Blacken, Ackerkratzdisteln und anderen ausdauernden Unkräutern verseuchte Böden

 

Falls Standort nicht geeignet:

> Verlegung an geeigneteren Standort und Neuansaat > nur mit Sonderbewilligung!

Falls Standort geeignet:

> Neuansaat > nur mit Sonderbewilligung!

 

Anlagetechniken Vorgehen Neuansaat

1.  Schritt

Ziel:  Konkurrenz ausschalten

- Tief Pflügen im Winter bis spätestens Ende März

- Totalherbizid März bis Mai

 

  2. Saatbettvorbereitung

Ziel: feinkrümliges, gut abgesetztes, sauberes Saatbeet

Einsatz Kreiselegge, danach alle 2 - 3 Wochen 2 - 3 Durchgänge mit der Federzahnegge (Unkrautbekämpfung), zwischen der  1. Bodenbearbeitung und der Saat sind mindestens 8 Wochen einzuhalten

Nach dem letzten Durchgang mit der Egge sofort säen.

 

  3. Ansaat

Ziel: beste Startbedingungen

- Bodentemperatur mind. 8°C

- Anfang Mai bis Mitte Juni (bis Mitte Juli bei Heugrassaat)

- Einsatz einer empfohlenen Mischung:

- Ansaattechnik: Kleinere Flächen: von Hand

                              Grössere Flächen: z.B. Krummenacher

                              Nach der Saat unbedingt Rauhwalze

                              einsetzen

 

 

 Heugrassaat:

- Schnittzeitpunkt Spenderwiese: Beginnende Samenreife der wichtigsten Arten 

- Verhältnis Fläche Spenderwiese zu Empfängerwiese:   1 : 2

- Schnittgut locker verteilen

- Im Spätsommer und Herbst spätreifende Arten bzw. im nächsten Jahr Frühblüher (z.B. Schlüsselblumen) ernten und ausbringen

- Auf das Walzen verzichten

 

 

4. Säuberungsschnitt

Ziel: Konkurrenz verringern

- Sobald Unkrautschluss (Unkraut kniehoch) und kein Boden mehr sichtbar

- Schnitthöhe 7 - 9 cm

- Schnittgut wegführen

 

Falls Standort geeignet, Neuansaat aber nicht möglich bzw. sinnvoll:

> Anlegen von Wiesenblumenstreifen > nur mit Sonderbewilligung!

 

Vorgehen:

- Mind. 3 m breite Streifen

- Abstand von Streifen zu Streifen 6 bis 12 m

- Artenreichere Bereiche schonen

- Wiese zwischen den Streifen 3 - 4 x schneiden

 

> Übersaat / Einsaat > keine Sonderbewilligung nötig!

Nur in extrem lückigen Beständen empfehlenswert

 

Vorgehen:

- Nach der 1. Nutzung (geringe Konkurrenz)

- Einsatz Wiesenegge (Boden aufrauhen: Saatbett)

- Nach der Saat Rauhwalze einsetzen

- 2 vorzeitige Schnittnutzungen, sobald die Konkurrenz des

  Altbestandes zu gross wird  

 

Tipps zur Bewirtschaftung

Optimale Bewirtschaftung artenreicher Wiesen

- jährlich 1 bis 3 Schnitte (je nach Wüchsigkeit)

- Heuschnitt: ab 15. Juni - 1. August (ab beginnender Samenreife der Leitgräser oder einer anderen zu fördernden Art)

- 3-tägiges Bodenheu bereiten

- Folgende Nutzungen: nach 8-10 Wochen

- Gestaffelte Nutzung, nicht alles gleichzeitig, es sollten stets

  blühende Bereiche belassen werden (Altgrasstreifen)

- Balkenmäher einsetzen

- schonende Herbstweide: nur bei trockenen Verhältnissen einige Tage überweiden (keine Dauerweide!!!)

- Bestand nicht zu hoch in den Winter lassen (max. 15 cm) 

- Altgrasbereiche, nur dort, in denen keine lichthungrigen Arten

  wachsen (z.B. Orchideen) 

- Keine Düngung

 

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